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Version: 2.7.1

Typographie

Eine konsistente digitale User Journey und die Identität der Länder schließen sich nicht aus: Ein gemeinsamer Nenner schafft Orientierung und lässt zugleich Raum für landesspezifisches Branding.

Damit öffentliche Dienste als zusammenhängendes Angebot wirken, braucht es verbindende visuelle Anker. Sie erhöhen Wiedererkennung, stärken Vertrauen und reduzieren Medienbrüche. Typografie ist dafür ein zentraler Hebel.

Von der in KERN vorgesehenen Schrift sollte nur in klar begründeten Ausnahmefällen abgewichen werden. In diesen Fällen sollte nach folgendem Auswahlschema vorgegangen werden, um eine inklusive, gut lesbare und zeitgemäße Schrift sicherzustellen.

Auswahlkriterien der Fira Sans

Das Schema orientiert sich an: Understanding Accessibility.

Allgemeine Aspekte

Fira Sans wurde für digitale Oberflächen entwickelt und hat sich durch den langjährigen Einsatz in Mozilla Firefox als zuverlässige, moderne Schrift etabliert.

Ihre größte Stärke ist die Lesbarkeit auf Bildschirmen: auf kleinen wie großen Displays, in Navigationen, Interfaces und längeren Fließtexten. Dank vieler Schriftschnitte ist sie flexibel einsetzbar und sorgt auch bei komplexen Inhalten für klare Orientierung.

Vorteile auf einen Blick:

  • Sehr gut lesbar in Webdesign und UI/UX
  • Zuverlässig auf unterschiedlichen Bildschirmgrößen und Auflösungen
  • Geeignet für Fließtexte durch offene, gut unterscheidbare Buchstabenformen

Barrierefreiheitsaspekte

Imposter

Beispiele für Imposter: I, l, 1, O, 0 Imposter sind verwechselbare Buchstabenkombinationen, die die Lesbarkeit gefährden können. Ein Test ist das Schreiben von „Illustrate“, um die Unterscheidbarkeit zu prüfen. Die größten Fallen sind Großbuchstaben und ähnliche Aufstriche (insbesondere l und I). Auch Zahlen können Ähnlich wie Buchstaben ausschauen (was Beispielsweise bei Aktenzeichen ein Problem darstellen kann).

Unterscheidbare Großbuchstaben

Beispiele für Unterscheidbare Großbuchstaben: B, 8, 9, C, 0, O Ein weiterer kritischer Punkt sind verwechselbare Großbuchstaben. Wenn das „C“ nicht offen genug gestaltet ist, erschwert sich die Unterscheidung von „O“ bei Personen mit Sehschwäche.

Unterscheidbare Kleinbuchstaben

Beispiele für Unterscheidbare Kleinbuchstaben: e, a, c, o Da Kleinbuchstaben oft ähnlich gestaltet werden (Bausteinsatz), können „a“, „e“, „o“ und „c“ sehr ähnlich wirken und die Lesbarkeit stören. Ausreichend offene Buchstabenformen sorgen dafür, dass „a“ und „e“ deutlich voneinander unterschieden werden können.

Beispiele für Unterscheidbare Kleinbuchstaben: e, a, c, o Ein weitere Aspekt ist „Mirroring“ (spiegelverkehrte Buchstaben). Viele gut lesbare Sans-Serif-Schriften enthalten dennoch Spiegelpaare wie „q“, „p“, „d“ und „b“. Dies ist bei Zielgruppen wie frühlesenden Kindern oder Menschen mit Lernschwierigkeiten besonders kritisch.

Beispiele für Vergleichbare Zahlengruppen (monospace) Die Fira Sans unterstützt Mono-Space Zahlen, was Vergleichbarkeit von Zahlenwerten in Tabellen vereinfacht, weil die Zahlen nicht springen, sondern in einem festen Raster zueinander stehen. Außerdem bietet sie auch eine durchgestrichene Null und eine klar definierte 1 wodurch sich die Zahlen klar von Buchstaben unterscheiden.

Normative Aspekte

Die Fira Sans erfüllt die DIN 91379.

Kulturell Aspekte

Im Kontext der Bundesrepublik Deutschland ist der Bezug zu Erik Spiekermann als einer der Väter der Fira Sans interessant, weil er als einer der prägendsten deutschen Typografen international für funktionale, klare und öffentliche Kommunikation steht. Seine gestalterische Haltung verbindet Genauigkeit, Lesbarkeit und Alltagstauglichkeit genau jene Kriterien, die für digitale Verwaltungsangebote entscheidend sind. Der kulturelle Bezug ist damit kein Selbstzweck, sondern stärkt die fachliche Begründung für die Schriftwahl.

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